Audi-Logistik der Zukunft: Waren in der Kommissionierung kommen autonom zum Mitarbeiter

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Der Prozess der Kommissionierung einmal andersherum: Ab sofort werden die Mitarbeiter der Audi Logistik benötigte Waren nicht mehr aus Materialregalen holen – stattdessen kommen diese vollautomatisch auf Fahrerlosen Transportsystemen (FTS) zu ihnen. Audi ist damit weltweit der erste Automobilhersteller, der ein solches FTS basiertes Ware zur Person Konzept einsetzt. Das Unternehmen testet es derzeit in der Bordliteratur Kommissionierung am Audi Standort Ingolstadt.

„Die selbstständige Warenanlieferung ist eine weitere richtungsweisende Entwicklung hin zur Fabrik der Zukunft. Durch intelligente Vernetzung schaffen wir ein Mehr an Effizienz und Flexibilität und entlasten gleichzeitig unsere Mitarbeiter“, sagt Axel Bley, Leiter der Logistik‑Konzeptentwicklung. Das neue Warenlager bezeichnen die Audi‑Mitarbeiter als „Supermarkt der Zukunft“. Denn das System weiß zu jeder Zeit, welches Teil der Kommissionierer gerade benötigt, und stellt ihm die richtige Ware passgenau zur Verfügung.

Die Funktionsweise des „Supermarkts der Zukunft“ ist effizient, ergonomisch und komfortabel: Fahrerlose Transportsysteme, sogenannte Carrys, bringen die Ware voll autonom zu den Kommissionierern. Dafür unterfahren sie die Regale, heben sie an und transportieren diese automatisch zur zentralen Pickstation. Dort zeigen Symbole auf einem Monitor dem Mitarbeiter, welche Waren er an welcher Stelle einordnen muss. Im Gegensatz zur bisherigen Person‑zur‑Ware‑Kommissionierung benötigen die FTS keine breiten Fahrstraßen und Pickgassen, sodass die Regale sehr viel enger gestellt werden können. Das spart 25 Prozent der Fläche ein.

Ein Flottenmanagementsystem koordiniert die Carrys, damit sie immer pünktlich am Arbeitsplatz der Kommissionierer bereit stehen. Dadurch müssen die Mitarbeiter nie auf ihre Ware warten – ein Regalwechsel an der Pickstation dauert lediglich vier Sekunden. Den Befehl, ein Regal zum Kommissionieren zu bringen, erhalten die Roboter per WLAN. Auf ihrem Weg orientieren sie sich an QR‑Codes am Boden, die von einer Kamera an der Unterseite des FTS erfasst werden. Die autonomen Transportsysteme bewegen sich dabei in einem vom Mitarbeiter getrennten Bereich.

Der Arbeitsplatz gestaltet sich für die Kommissionierer dank des neuen Supermarkt‑Konzepts deutlich ergonomischer. Mit dem Ware‑zur‑Person‑Prinzip entfallen nicht nur lange Arbeitszeiten in der Pickgasse, sondern auch weite Laufwege sowie das Schieben der schwer beladenen Materialwagen. Ein weiterer Vorteil des Supermarkts der Zukunft ist seine Wandlungsfähigkeit: Verändern sich Bauteile oder kommen neue hinzu, lässt sich das schnell integrieren. „Alle Regale sind mobil, damit spielt ihre räumliche Anordnung keine Rolle mehr“, sagt Bley. „Bei der steigenden Teilevielfalt, ist es enorm wichtig, dass wir flexibel reagieren können.“

Die autonomen Transportsysteme sind mit acht Akkus ausgestattet, deren Laufzeit rund sieben Stunden beträgt. Ist der Ladestatus auf 40 Prozent gesunken, fahren sie selbstständig zu ihrer Ladestation. Mittels Induktionsplatten am Boden laden sie sich für zwei Stunden auf und reihen sich anschließend automatisch wieder in den Regale‑Transport ein. Im beladenen Status beschleunigen die Roboter auf 3,6 Kilometer pro Stunde, unabhängig vom Gewicht des Materials. Maximal können sie je 600 Kilogramm transportieren.

Die Kommissionierung der Benutzerhandbücher für die Audi A3‑Modelle ist der erste Bereich im Unternehmen, der das neue Supermarkt‑Konzept testet. Im nächsten Jahr sollen weitere Kommissionier‑Stationen bei Audi das Ware‑zur‑Person‑Prinzip übernehmen.

Audi AG

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