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Audi erobert Zandvoort zurück

• Erster DTM-Sieg für Le-Mans-Sieger Mike Rockenfeller

• Auch Martin Tomczyk im Vorjahres-A4 auf dem Podium

• Fünf Audi-Piloten auf den acht Punkterängen

Großes Motorsport-Wochenende für Audi: Wenige Stunden nach einem Vierfacherfolg des Audi R8 LMS beim ADAC GT Masters auf dem Sachsenring holte Le-Mans-Sieger Mike Rockenfeller in Zandvoort (Niederlande) für Audi den ersten Saisonsieg in der DTM 2011.

Für Audi war es der fünfte Erfolg in Zandvoort seit dem werksseitigen DTM-Comeback im Jahr 2004, für Mike Rockenfeller der erste Triumph in der populärsten internationalen Tourenwagen-Rennserie. Der Le-Mans-Sieger von 2010 legte den Grundstein mit einem perfekten Start, mit dem er sich zwischen Bruno Spengler und Jamie Green schob. Mit einem frühen ersten Boxenstopp gelang es „Rocky“, auch Spengler zu überholen. Anschließend gelang es ihm, mit einem perfekt abgestimmten A4 DTM des Audi Sport Team Abt Sportsline bis zu drei Sekunden Vorsprung herauszufahren und das Tempo an der Spitze zu kontrollieren.

„Ich bin erleichtert“, erklärte der 27-Jährige. „Das Rennen in Hockenheim war frustrierend. Doch wir haben das Problem gefunden und es hier perfekt umgesetzt. Danke an mein Team und Audi: Beide Stopps und die Strategie waren super und mein Auto richtig schnell. Am Ende konnte ich sogar auf Nummer sicher gehen.“

Martin Tomczyk aus dem Audi Sport Team Phoenix sorgte mit seinem dritten Platz dafür, dass in Zandvoort zwei Audi-Piloten auf dem Podium standen. Der mit Abstand schnellste Fahrer eines Vorjahreswagens verlor beim ersten Boxenstopp Zeit, arbeitete sich anschließend aber wieder nach vorne und verdrängte sieben Runden vor dem Ziel Jamie Green mit einem sehenswerten Manöver von Rang drei. „Mein Auto war super vorbereitet und wahnsinnig schnell“, sagte Tomczyk. „Ich kam mir phasenweise fast vor wie in einer anderen Liga. Es ist schön, mit einem 2008er-Auto vorne in der Meisterschaft mitkämpfen zu können.“ Der Audi-Pilot schloss in der vorletzten Runde sogar noch zu Tabellenführer Bruno Spengler auf, konnte diesen jedoch nicht mehr überholen.

Timo Scheider sammelte als Fünfter wertvolle Punkte. Der amtierende Formel-3-Champion Edoardo Mortara (Audi Sport Team Rosberg) fuhr als Sechster schon bei seinem zweiten DTM-Rennen in die Punkteränge und war damit der beste DTM-Neuling im Starterfeld.

Eine bemerkenswerte Leistung zeigte auch Mattias Ekström: Der Schwede kämpfte sich nach dem enttäuschenden Qualifying vom 16. Startplatz auf Rang acht nach vorne und holte so noch einen Punkt. Oliver Jarvis komplettierte die Top Ten.

Miguel Molina und Rahel Frey beendeten das Rennen auf den Positionen 15 und 17. Filipe Albuquerque rutschte am Start in der berühmt-berüchtigten Tarzanbocht ins Kiesbett und musste seinen Audi A4 DTM anschließend mit einem beschädigten Wasserkühler abstellen.

„Trotz des nicht so optimalen Qualifyings wussten wir, dass wir eine gute Performance haben“, erklärte Audi-Motorsportchef Dr. Wolfgang Ullrich. „Wir waren optimistisch, auch aus der zweiten Startreihe gewinnen zu können. Das haben wir geschafft. Unsere Autos waren heute insgesamt sehr schnell – dank der tollen und harten Arbeit der gesamten Mannschaft. ‚Rocky’ ist ein souveränes Rennen gefahren. Martin (Tomczyk) hat toll angegriffen. Vor ‚Edo’ Mortara ziehe ich den Hut: Er hat schon bei seinem zweiten DTM-Rennen Punkte geholt. Und auch ‚Eki’ haben wir gut nach vorne gebracht. Es war insgesamt eine super Leistung!“

Audi AG

Stimmen nach dem Rennen in Zandvoort

Erster DTM-Sieg für Mike Rockenfeller, Martin Tomczyk im 2008er-A4 DTM ebenfalls auf dem Podium, insgesamt fünf Audi-Piloten in den Punkterängen. Die Reaktionen nach dem für Audi bestens verlaufenen DTM-Rennen in Zandvoort.

Dr. Wolfgang Ullrich (Audi-Motorsportchef): „Unsere Autos waren heute ganz einfach wieder genauso schnell wie schon vor dem Qualifying. Das haben wir mit einer sehr aggressiven Strategie umgesetzt. Mike (Rockenfeller) ist ein perfektes Rennen gefahren. Martin (Tomczyk) hat gezeigt, was in ihm steckt. Er war schnell, aggressiv und hat trotzdem ganz sauber gekämpft. Wir haben auch Mattias (Ekström) von Startplatz 16 noch in die Punkteränge gebracht. ‚Edo’ Mortara hat in seinem zweiten DTM-Rennen schon Punkte geholt. Timo (Scheider) war mit seinem Auto nicht so glücklich und hat mit Platz fünf eher Schadensbegrenzung betrieben. Aber insgesamt war es eine tolle Vorstellung von Audi.“

Mike Rockenfeller (E-POSTBRIEF Audi A4 DTM #9), Platz 1

„Das Rennen war einfach perfekt. Ich habe nach dem Warm-up gar nicht damit gerechnet. Aber mein Ingenieur und meine Mechaniker haben fürs Rennen genau an den richtigen Schrauben gedreht. Das Auto war so, wie ich es haben wollte – einfach fantastisch. Der Grundstein war, am Start gleich an einem Mercedes vorbeizugehen. Und der frühe erste Stopp: Dadurch hatte ich genug Luft zu Bruno (Spengler). Danach konnte ich das Rennen kontrollieren. Ich fühle mich fast schon ein bisschen erlöst: Es hat lange gedauert, endlich in einem A-Auto zu sitzen. Nach einem guten Qualifying, aber schlechten Rennen in Hockenheim war das genau die richtige Antwort. Die zehn Punkte sind wichtig. Ich genieße das heute. Und dann schauen wir, in Österreich von Anfang an noch stärker zu sein.“

Martin Tomczyk (Schaeffler Audi A4 DTM #14), Platz 3

„Nach dem gestrigen Qualifying war die Zielrichtung nach vorne. Wir hatten bei den Long-runs gesehen, dass mein Auto sehr schnell ist. Jetzt hieß es vorrangig, eine gute Strategie zu haben. Die hatten wir auch. Nur leider habe ich beim ersten Boxenstopp Zeit verloren, weil es mit Oliver (Jarvis) sehr eng war und ich mit dem Losfahren warten musste. Glücklicherweise konnte ich die Zeit auf der Strecke wieder aufholen und sehr schnelle und konstante Rundenzeiten fahren. Der zweite Boxenstopp war perfekt getimt. Ich war anschließend schnell genug, zu Jamie (Green) aufzuschließen und ihn zu überholen. Auch an Bruno (Spengler) kam ich noch ran. Leider war das Rennen etwas zu früh aus … Aber mit Position drei für mich und dem Sieg durch ‚Rocky’ hätte es heute besser kaum laufen können!“

Timo Scheider (AUTO TEST Audi A4 DTM #4), Platz 5

„Anfangs waren wir nach jedem Stopp für jeweils sechs bis sieben Runden schnell. Danach trat aber das gleiche Problem auf wie im Warm-up: Die Hinterachse ist uns ein wenig abgestürzt. Dadurch war die Balance deutlich schlechter. Ich musste schon lange nicht mehr so kämpfen, um ein Rennen zu Ende zu fahren. Unterm Strich sind es ein paar Punkte. Sie sind wichtig für die Meisterschaft. Aber: Zufriedenstellend ist das natürlich nicht.“

Edoardo Mortara (Playboy Audi A4 DTM #19), Platz 6

„Es war ein schweres Rennen, denn mir fehlt noch etwas die Erfahrung. Ich hatte einen guten Start, aber Schumacher kam mir in der ersten Kurve sehr nahe. Ich war in der ersten Runde vorsichtig, um niemanden zu berühren und das Auto nicht zu beschädigen. Nach einem frühen ersten Boxenstopp konnte ich im zweiten Stint auch mit alten Reifen das Tempo gut mitgehen. Das Team hatte eine super Strategie und einen schnellen Boxenstopp. Wir sind mit diesem fantastischen Resultat zufrieden.“

Mattias Ekström (Red Bull Audi A4 DTM #8), Platz 8

„Ein interessantes Rennen. Unser Auto war heute schneller als gestern. Die Startposition war nicht gut. Aber einen Punkt zu holen ist definitiv mehr, als leer auszugehen. Dafür musste ich allerdings ganz schön hart arbeiten.“

Oliver Jarvis (Audi Sport performance cars A4 DTM #5), Platz 10

„Wir haben es geschafft, uns aus allen Schwierigkeiten herauszuhalten und sind unser eigenes Rennen gefahren. Leider hatte ich keinen guten Start und konnte schwer Positionen gutmachen. Im Rennen waren wir schnell – und das war eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Qualifying.“

Miguel Molina (Red Bull Audi A4 DTM #22), Platz 14

„Ich hatte einen guten Start, aber in der ersten Runde verlor ich einige Positionen. Der Rhythmus war gut, die Balance war gut. Aber die anderen waren genauso schnell und wir haben keine Gelegenheit gefunden, zu überholen. Ich hoffe auf das nächste Rennen.“

Rahel Frey (Glamour Audi A4 DTM #15), Platz 17

„Im Rennen habe ich Lehrgeld bezahlt, ich war zum ersten Mal in Zandvoort. Ich bin einmal neben die Linie gekommen, dummerweise dann beim Anbremsen noch mehr auf den Sand und dann in die Wand gerutscht. Damit habe ich mir das Rennen früh selbst zerstört. Ich habe versucht, das Rennen noch zu Ende zu fahren. Aber das Auto fuhr sich sehr schwer. Weil ich mir den Splitter kaputtgefahren hatte, war mein A4 sehr nervös zu fahren. Wie gesagt – das war Lehrgeld.“

Filipe Albuquerque (TV Movie Audi A4 DTM #18), Ausfall

„Der Start war okay. Aber in der ersten Kurve habe ich mich verbremst. Beide Räder haben blockiert, ich bin von der Strecke durchs Kiesbett gefahren, sonst hätte ich Miguel (Molina) getroffen. Danach war es okay. Aber die Motortemperatur stieg wegen des defekten Kühlers an und ich musste aufhören, um den Motor nicht zu beschädigen.“

Hans-Jürgen Abt (Teamchef Audi Sport Team Abt Sportsline): „Gratulation an das ganze Team. Es war sehr wichtig, dass wir heute einen Erfolg hatten. Wir haben aus den Problemen im Qualifying gelernt und hatten eine super Strategie. Alle haben es auf den Punkt gebracht. Die drei schnellsten Boxenstopps des Rennens sprechen für sich. Einen solchen Motivationsschub braucht man ab und zu. Das stärkt uns für die Zukunft und lässt uns hoffen.“

Ernst Moser (Teamchef Audi Sport Team Phoenix): „Das war ein Rennen, wie wir uns es vorstellen. Glückwunsch an Martin (Tomczyk), die Mannschaft und an Audi. Wir konnten mit unserer Strategie schön weit nach vorn kommen. Wir haben uns für einen langen mittleren Rennabschnitt entschieden. Zum Schluss waren wir mit neuen Reifen die Schnellsten auf der Strecke. Martin konnte klasse attackieren und hat einen Mercedes überholt. Wie erwartet lernt Rahel (Frey) von Rennen zu Rennen. Sie hatte einen Ausritt und verlor viel Zeit. Als sie alleine unterwegs war, fuhr sie gute Rundenzeiten. In jeder Runde, die sie fährt, wird sie besser und sammelt Erfahrung. Darauf bauen wir auf.“

Arno Zensen (Teamchef Audi Sport Team Rosberg): „Das war doch ein klasse Rennen und gute Werbung für die DTM! Unheimlich glücklich bin ich für Edoardo Mortara, der in die Punkte gefahren ist. Das Team hat einen hervorragenden Job gemacht. Die Stopps haben funktioniert, die Strategie war klasse. Vielen Dank an alle. Ich bin happy! Einziger Wermutstropfen war, dass Filipe (Albuquerque) gleich in der ersten Kurve abgeflogen ist. Dabei hat er sich den Kühler beschädigt und musste aufhören. Wir haben gesehen, dass es geht. So müssen wir weitermachen.“


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