Pikes Peak 2.0: Rallyelegende Walter Röhrl im Interview

11. Juli 1987. 156 Kurven. Über 190 km/h. Der Audi Sport quattro S1 wirbelt Sand und Schotter auf, wenn er durch die Kurven driftet. In gefährlicher Serpentinenfahrt geht es auf 4.301 Höhenmeter. Der Abgrund ist nur Millimeter entfernt. Walter Röhrl bleibt cool. In nur zehn Minuten und 48 Sekunden erklimmt er den Gipfel des weltberühmten Pikes Peak. Damit ist er schneller als je ein anderer Fahrer zuvor.

25 Jahre später, am 8. Juli 2012, wird die Rallyelegende das 600 PS starke „Monster“ erneut auf den Pikes Peak jagen. Einen Vorgeschmack auf das berühmte Bergrennen hat Röhrl auf der weltgrößten Oldtimermesse Techno Classica in Essen am Audi Stand gegeben.

Herr Röhrl, 25 Jahre ist es her, dass Sie auf den Pikes Peak gefahren sind. Erinnern Sie sich noch an das Gefühl als Sie den Riesen bezwungen haben?

Als ich das erste Mal langsam den Pikes Peak hochgefahren bin, da hatte ich Angst. Es geht 500 und später Tausende von Meter ins Nichts. Da hatte ich nur eins im Kopf: „Oh, da muss ich aufpassen.“ Beim Start habe ich mich dann wieder absolut unfehlbar gefühlt und die Angst vergessen.

Und das Auto?

Die Leistung dieses Audi quattros bei Vollgas ist einfach unbeschreiblich. Das geht richtig flott. Ich kann nur jeden bedauern, der das nicht erfahren kann.

Was bedeutet es Ihnen, dass Sie noch einmal mit dem S1 auf den Pikes Peak fahren können?

Für mich persönlich ist es eine große Freude, dass ich noch einmal mit diesem tollen Auto hochfahren darf. Vor allem ohne den Stress, dass es wirklich um sehr viel geht. Damals war ich auf den Sieg fokussiert und musste alles geben. Diesmal habe ich einfach nur Spaß.

Wie bereiten Sie sich auf das Rennen vor?

Ich habe leider wenig Zeit im Moment. Damals bin ich zum Beispiel sehr viel Fahrrad gefahren. Auch am Pikes Peak, um mich an den Höhenunterschied zu gewöhnen. Aber bis jetzt bin ich in diesem Jahr noch keinen Meter mit meinem Radl gefahren. Nächste Woche werde ich für einige Tage in Italien sein und dort ein bisschen trainieren.

Haben Sie heute und auch damals geglaubt, dass Ihre Pikes Peak-Fahrt so viel Aufsehen erregen wird?

Mit nichts habe ich gerechnet. Vor zwei Tagen bin ich dann erschrocken als mein Telefon ununterbrochen anfing zu klingeln. Viele Freunde und Bekannte aus Frankreich, Italien, von überall her haben mich angerufen und nachgefragt. „Du fährst noch einmal auf den Pikes Peak? Das ist der absolute Wahnsinn.“ Aber ich bin da ganz cool. Das wird für mich wie Urlaub.

Audi AG

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